Freitag, 16. Oktober 2015

Dies Universitatis


Aloha aus Tübingen!

Gestern habe ich die Veranstaltung "Dies Universitatis" der Universität besucht, bei der die neuen Erstsemester begrüßt wurden und ein paar Preise verliehen wurden. Natürlich könnte ich jetzt endlos darüber schreiben dass ich zwischendurch immer mal wieder vergessen habe zuzuhören und dass die Musik am Anfang und Ende doch ganz gut war, aber was viel interessanter war als die Begrüßung war der sogenannte "Markt der Möglichkeiten" der danach in der Neuen Aula stattgefunden hat.

Bei diesem Markt haben sich die unterschiedlichsten Tübinger Organisationen mit ihren Programmen vorgestellt. Es war eigentlich alles vertreten: Studentenverbindungen, christliche Organisationen, politische Verbände und viele Projekte im Ausland.
Da man mich mit kostenlosen Werbegeschenken generell gut anlocken kann und ich mich besonders für die Organisationen die im Ausland tätig sind interessiere war ich sofort Feuer und Flamme für diesen Markt.

Meine erste Begegnung mit einer Studentinnenverbindung war leider dafür etwas erschüttern. Eine Organisation von Frauen die sich für "Freiheit und Gleichheit, besonders der Frauen" einsetzen würde aber nach genauerem Nachfragen "bloß keine Feministinnen" seien, kann ich leider einfach nicht ernst nehmen. Für Gleichheit aber gegen Feminismus? Nein Danke.
Jedenfalls habe ich einen kostenlosen Spiegel bekommen.
Ich lief mit zwei Freundinnen durch die Massen von Erstsemestern, klaute hier und da mal einen Kugelschreiber oder eine Postkarte, bis ich auf meine nächste persönliche Attraktion stieß: Den Stand einer Gewerkschaft.
Man muss hier erwähnen dass ich die Tochter eines Gewerkschafters bin, also seit meiner Kindheit mit dem Thema in Berührung komme und mich wirklich dafür interessiere. Ich bekam eine riesige Tüte voll mit Infobroschüren, einen Kugelschreiber, eine Formelsammlung und genug Infos um mich ganz sicher weiter damit beschäftigen zu können! Ich kann es euch nur empfehlen euch gut darüber zu informieren!
Ohne weitere Vorfälle ging es dann doch nicht ganz: An einem Stand an dem Tee ausgeschenkt wurde (als Ostfriesin musste ich natürlich einen Becher haben), tauchte plötzlich ein Vertreter der SPD neben mir auf, warf Flyer auf den Stand der Organisation und beschimpfte sie als "Nazis". Zum Einen schreckt dass schon mal ziemlich ab und das Wortgefecht das dann zwischen den beiden folgte war auch nicht wirklich beruhigend, weshalb ich mich dann lieber ohne Tee schnell verabschiedete... Nein Danke.
Falls ihr die Veranstaltung ebenfalls besucht habt, hoffe ich ihr konntet euch genauso gut informieren wie ich mich und habt auch so viele Werbegeschenke bekommen wie ich. Hier mal eine kleine Übersicht über meine neuen Schätze.
Ich hoffe es wird noch mehr Vorstellungen geben, auch wenn ich auf Verbindungen ab jetzt erstmal verzichte...
 
Eure "beschenkte" Emilia.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Für alle "armen Studenten".


Es ist ja ein allgemein anerkannter Fakt, dass Studenten arm sind. Ich merke dass besonders jetzt da ich alleine wohne, wie teuer es einfach schon ist sich nur mit Trinken und Essen zu versorgen, ohne das Feiern einzubeziehen.
Ich selbst werde, da ich kein Bafög bekomme, zum Teil von meinen Eltern unterstützt und fange auch bald einen (wahrscheinlich unterbezahlten) Job an, also werde ich mich sicherlich schon irgendwie über Wasser halten können.
Trotzdem habe ich in den letzten Tagen schon das Internet durchforstet, nach Dingen wie "Spartipps für Studenten" oder "Beim Einkaufen sparen". Viele neue Erkenntnisse hat es mir nicht eingebracht, außer den paar Sachen die ich schon wusste:
- Immer nach unten gucken, da stehen die billigen Dinge.
- Preise vergleichen und nach Angeboten schauen.
- Nicht hungrig einkaufen.

Deshalb war ich nach dieser eher ernüchternden Suche umso glücklicher gleich durch Facebook einen Spartipp zu bekommen:
Eine andere Studentin hatte in eine Gruppe die Adresse einer Bäckerei in Tübingen geschrieben, die Backwaren vom Vortag verkauft. Klingt eher weniger lecker, aber wenn man mal darüber nachdenkt... Billiges Brot und Brötchen das einfach in den Ofen oder Toaster muss um wieder knackig warm zu werden!
Noch am gleichen Tag machte ich mich auf in die Innenstadt und suchte diesen kleinen Laden. Nach ein paar falschen Abbiegungen und dem einen Mal vorbeilaufen trat ich dann in diese kleine Stube.
Von außen eher unscheinbar ist es drinnen einfach voll mit allen möglichen Backwaren und Broten. Und das alles sehr viel billiger als beim Bäcker oder im Supermarkt! Ein halbes Brot und ein Brötchen habe ich dann gleich auch mitgenommen, aber in der nächsten Woche werde ich sicher noch einmal in den kleinen Laden laufen und meinen Vorrat aufstocken.



Die Frau hinter der Theke war ebenfalls einfach total passend für den Laden. Ohne eine Antwort abzuwarten erzählte sie von ihren Lieblingsteilen im Laden, reichte Kostproben über die Theke und schenkte mir zu dem Brot ein Brötchen dazu.

Meine Liebe zu Brezeln werde ich da sicherlich auch bald ausleben können, denn in der Ecke stand ein alter Korb mit Brezeln für 25 Cent das Stück. Meine Idee wäre mehrere zu kaufen, sie einzufrieren und dann immer mal wieder eine ofenfrische Brezel im Backofen aufzubacken.
 
Falls meine Liebe zu Brot und Brezeln noch nicht ganz durchgekommen ist, lest am besten noch mal von Anfang an und wenn ihr diese Liebe teilt, dann probiert unbedingt den kleinen Bäcker aus!

 Eure ofenfrische Emilia.

Montag, 12. Oktober 2015

Flusen und Flecken.


Eines der weniger guten Dinge am Ausziehen ist, dass man plötzlich alles selber machen muss. Putzen, Kochen und Waschen liegt plötzlich alles in der eigenen Hand und man hat keinen Möglichkeit mehr, irgendwelche Aufgaben an die Mutter abzugeben.
Die Wäsche landet zwar im Wäschekorb aber man ist selber dafür zuständig sie dann auch zu waschen. Das Geschirr kann tagelang im Becken liegen ohne dass jemand außer man selbst etwas daran ändert.
Als ein Mensch der nur sehr selten eine Aufgabe im Haushalt übernommen hat, abgesehen von Wäsche zusammenlegen, sind diese Dinge etwas vollkommen neues.

 

Trotzdem habe ich mich heute Vormittag zum ersten Mal aufgerafft und mein Zimmer geputzt. Aus der Küche besorgte ich mir alle möglichen Putzmittel, einen großen Wischer und ein Kehrblech, bevor ich mich mit Putzhandschuhe bewaffnet in mein staubiges Zimmer stürzte.
Zweieinhalb Stunden später kann ich voller Stolz sagen dass ich nicht von mir gedacht hätte dass ich es tatsächlich schaffen könnte. Der Boden hat keine Staubflocken oder Flecken mehr, der Spiegel ist blitzblank und die Schränke haben wieder ihre ursprüngliche Farbe zurück.
Angefangen habe ich mit meinem Badezimmerschrank und dem Waschbecken, dann kam der große Schrank dran, den ich komplett aus- und dann wieder einräumen musste. Nach einer kleinen Pause ging es mit den restlichen Schränken, dem Bett und dem Schreibtisch weiter.
Der Boden war meine letzte Aufgabe und auch die die am nötigsten erfüllt werden musste! Überall hatte sich schon Staub gesammelt und ich werde ab jetzt auch nicht mehr mit Schuhe rumlaufen...Im Nachhinein fällt mir ein dass ich das Fensterbrett vergessen habe... Mist.

Diese Aufgabe hat mir noch einmal vor Augen gehalten dass ich jetzt tatsächlich ausgezogen bin und komplett ohne meine Eltern auskommen muss. Klar, bis jetzt gab es noch keine größeren Probleme, aber es ist doch immer noch ein ziemlich großer Schritt auszuziehen.

 

 

Sonntag, 11. Oktober 2015

Das Nachtleben.

Leider kann ich mich nicht als einer der beständigen Partygängerinnen bezeichnen, für die meine Generation bekannt ist, denn oft ziehe ich einen Abend vor dem Fernseher einem Abend in einem vollen Club vor.
Trotzdem habe ich mich in den letzten Tagen aufgerafft, all meine Motivation gesammelt und es tatsächlich in zwei Nächten hintereinander geschafft meinen Hintern aus der Jogginghose, in eine Jeans zu stecken und vor die Tür zu gehen! Und Tübingen sowie meine Fachschaft haben mich nicht enttäuscht.

Zum Einen habe ich das große Glück das direkt an meinem Wohnheim das Kuckuck liegt, eine Studentenbar die wirklich top ist! Die Preise sind einfach nur zum Danke-sagen und die Musik sowie die Einrichtung vermitteln eine entspannte und gemütliche Atmosphäre. Perfekt zum Vorglühen und Leute treffen!
Zum Anderen habe ich eine motivierte Fachschaft von Wirtschaftswissenschaftlern, die uns Erstsemester das eine oder andere organisiert haben. Vielen Dank dafür!
Am Donnerstag mündete die 4-stündige Kneipentour durch verschiedene Tübinger Bars in eine Party im Schwarzen Schaf, einer ziemlich kleinen Disco nur für Studenten. Zwischen ca. 4 Studenten pro Quadratmeter, also einer sehr großen Zahl von schwitzenden, betrunkenen Erstsemestern, meldete sich kurz mein innerer Schweinehund und begann rumzujammern und sich nach einer warmen Bettdecke zu sehnen, aber die Stimmung war irgendwie dann doch zu gut!
Für alle Neulinge die auch eine Party im Schaf angeboten bekommen habe ich nur einen Rat: Nutzt sie! Die Bar ist billig, spielt gute Musik und anscheinend sind die Mitarbeiter hinter der Bar oft noch betrunkener als ihr selbst… klingt für mich nach Spaß! ;-)
Am Freitag fand dann gleich die nächste Party im Blauen Turm statt. Dort fühlte man sich definitiv mehr wie in einem richtigen Club, trotz einer überfunktionalen Nebelmaschine durch die man des Öfteren mal eine Bierflasche durch die Gegend trat. Klar, die Preise waren dafür leider nicht mehr in meinem Budget enthalten, dafür war meiner Meinung nach die Musik noch besser.
Ich muss dazu sagen dass ich fast nichts anderes höre als Charts… :-D

 
Wenn ich dagegen die Eskapaden die mein Mitbewohner sich in der ersten Woche bereits geleistet hat betrachte wirken meine Erlebnisse zwar nicht mehr wirklich erfolgreich, aber jeder Partymuffel sollte in den ersten Wochen des Studiums die Jogginghose doch mal im Schrank lassen und stattdessen mal ausprobieren was die Stadt so zu bieten hat!
Und für alle die eh immer ihr Nachtleben ausleben:
Viel Spaß, aber vergesst danach das Studieren nicht!

 
Ich verabschiede mich und werde diesen Abend dann doch daheim verbringen ;-)
Emilia.